Resümee Mühlgangabkehr 2015

Die aufwändige und gut vorbereitete Fischrettungsaktion im weitgehend trockengelegten Grazer Mühlgang ging Dank ausreichender Anzahl an Fachpersonal sowie an professionell arbeitenden Helfern planmäßig und reibungslos über die Bühne.

Bauarbeiten

Erschwerte Bedingungen ergaben sich lediglich durch Bauarbeiten an einigen Kraftwerksanlagen und durch Ufersanierungen. So wird z. B. aktuell an der Wehranlage des Murkraftwerkes Weinzödl eine Fischaufstiegshilfe gebaut die über den Mühlgang ins Oberwasser des KW geführt wird. An mehreren Stellen behinderten außerdem Ufersicherungsarbeiten die Fischrettungsaktion geringfügig. Als Fazit war zwar eine unter dem Durschnitt gelegene Fischmenge zu verzeichnen, jedoch weiß man, dass in allen Fließgewässern oft sehr unterschiedliche Verhältnisse herrschen, sodass mit schwankenden Ergebnissen zu rechnen ist.

Ökologische Schlussfolgerung

Erfreulich zeigte sich die offensichtlich gute Reproduktion bei Äsche und Huchen. Weniger gut scheint die Entwicklung bei den Cypriniden zu sein, wo der diesjährige Fortpflanzungsjahrgang in diesem Bereich anscheinend nicht sonderlich erfolgreich gewesen zu sein scheint. Ungünstig mag sich auch die Vorabkehr des Mühlganges bei heißen Sommertemperaturen ausgewirkt haben. In Summe aber, konnte dennoch eine riesige Menge an Fischen vor dem sicheren Tod gerettet und in geeignete Ersatzlebensräume in erster Linie in die Mur umgesiedelt werden. Das Artenspektrum und die Biomasse im Grazer Mühlgang spiegelt sehr gut die Verhältnisse im Hauptfluss wider, wird doch der Mühlgang von vielen Arten als flussabwärts gerichteter Wanderweg genutzt. Dass dort allerdings etliche potenziell tödliche Hindernisse in Form von Kraftwerksturbinen auf die wanderwilligen Fische warten, wissen sie natürlich nicht. Auch nicht, dass dieser Wanderweg und Teillebensraum zumindest zweimal jährlich annähernd bzw. vollkommen trockengelegt wird.

Artenspektrum

Im Artenspektrum befanden sich beispielsweise Äschen, Bachforellen, Regenbogenforellen, Bachsaiblinge, Huchen, Aitel, Hasel, Barben, Nasen, Strömer, Schneider, Flussbarsche, Koppen, Elritzen, Bachneunaugen, Bachschmerlen, Gründlinge, Aalrutten, Karpfen, Giebel, Rotaugen, Rotfedern, Lauben, Brachsen, Stichlinge, Blaubandbärblinge und Sonnenbarsche sowie diverse Goldfische und besonders auffällig, große Mengen an Signalkrebsen. Mit 28 belegten Arten ein für die Region ausgezeichneter Wert, wenn auch sich darunter sieben nicht ursprünglich heimische Fischarten und der Signalkrebs befinden.

Naturschutzarbeit

Für einige vom Naturschutzbund betreute Grazer Bäche wurde darüber hinaus ein Initialbesatz mit wertvollen seltenen Kleinfischen bereitgestellt. Allen Helfern, die vielleicht das erste Mal, oder aber wiederholt ihre wertvolle Freizeit und Arbeitskraft zur Verfügung gestellt haben, gebührt an dieser Stelle im Namen des AFV-Graz und der Allgemeinheit unser herzlicher Dank. Ohne ihre Leistung wäre eine solch aufwändige und wichtige Aufgabe niemals zu bewältigen. Nur durch ihren Einsatz können wir erfolgreich für die Umwelt und Natur tätig sein.

 

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